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Das Leben

Fünf Tage Trennung von der Familie

Am Montag in der Früh trafen sich die Passen um 6 Uhr am Sammelplatz. Bei Arbeiten, die den ganzen Sommer dauerten, hat man den Einsatzort schon gekannt. Am Weg zu den verschiedenen Schlägen trennten sich die Passen
dann. Die Arbeitszeit betrug zu dieser Zeit 9 ½ bis 10 Stunden am Tag. Wenn eine Hütte im Wald bewohnt wurde, gab es zwei Stunden Mittagspause. Das war notwendig, einerseits um die Mahlzeit zuzubereiten und zu essen, andererseits um die heißeste Tageszeit in der Hütte zu verbringen.

Meist hausten die Holzknechte den ganzen Sommer über in der Hütte. Sie war aus Fichtenhölzern zusammengezimmert und mit Rinde (Laften) gedeckt. Das einfache Nachtlager bestand in der Regel aus einem Gestell mit Reisig und Kotzen (alten Decken). In der Mitte des Raumes stand ein aus Holzbalken gezimmerter, rechteckiger, mit Lehm oder Ton ausgeschmierter Trog (die Esse), auf dem gekocht wurde. Der Gogg, eine einfache Vorrichtung (anfangs aus Holz- dann aus Eisen gefertigt), die in verschiedenen Abstufungen Kerben zum Einhängen des Sterzpfandls (gußeiserne Bratpfanne) hatte, wurde in Löcher am Rand der Esse eingesteckt. Jeder hatte natürlich sein eigenes Pfandl. Gekocht wurde, angesichts eines langen Arbeitstages (Sonnenauf - bis - untergang) , ausschließlich fettreiche Kost aus einfachen Materialien. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde Tarock oder Schach gespielt, gesungen und manchmal wurden auch Geschichten erzählt.

Am Freitag kamen die Holzknechte abends wieder nach Hause. Dort warteten verschiedene Arbeiten auf sie, wie zum Beispiel Brennholz machen, die
Heuernte, die Krummeternte, Werkzeug- und Hausreparaturen.

Bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts gab es in vielen ländlichen Gebieten weder elektrischen Strom (sondern nur Petroleumlicht) noch ein öffentliches Telefon. Nur ein „Betriebstelefon“ mit wenigen Anschlüssen (wie Forstverwaltung und Arzt) war vorhanden. An der Art des Läutens konnte man erkennen, wer der Anrufende war. Es war zwar verboten aber technisch möglich und gerne geübt, mitzuhören“.

Obwohl das Leben der Holzknechte schwer und auch gefährlich war, gab es Freude an der Arbeit und Zufriedenheit

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